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Fr 08. September 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin, Großer Saal

Musikfest Berlin 2017

Christoph Eschenbach

Tzimon Barto Klavier

Hanna-Elisabeth Müller Sopran

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Wolfgang Amadeus Mozart
Ouvertüre zu ›Don Giovanni‹  
›Ch‘io mi scordi di te?‹ – Konzertarie für Sopran, Klavier und Orchester  
Wolfgang Rihm
Klavierkonzert Nr. 2  
Felix Mendelssohn Bartholdy
Symphonie Nr. 4 A-Dur ›Italienische‹  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Im Frühjahr 1830 machte sich der 21-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy auf die für einen humanistisch gebildeten und aufgeklärten Künstler beinahe vorgeschriebene »Grand Tour« nach Italien. Auf seiner zweijährigen Reise besichtigte er dabei nicht nur nahezu alle wichtigen Städte und Bauten des Landes, sondern brachte als »Souvenir« zahlreiche Ideen und Manuskripte für neue Werke mit. Als er kurz nach seiner Rückkehr einen Kompositionsauftrag der London Philharmonic Society erhielt, konnte er auf jene Fragmente zurückgreifen – entstanden ist daraus die berühmte ›Italienische‹, die Vierte Symphonie. Noch vor der Alpenüberquerung hatte Mendelssohn einen Zwischenstopp bei Goethe in Weimar realisiert. Bereits als Zwölfjähriger hatte er den Dichterfürsten dermaßen beeindruckt, dass dieser gegenüber seinem Lehrer Carl Friedrich Zelter erklärte: »Was dein Schüler jetzt schon leistet, mag sich zum damaligen Mozart verhalten wie die ausgebildete Sprache eines Erwachsenen zum Lallen eines Kindes.« Wie sehr Mozart später den Wunderkinderschuhen entwachsen war, zeigen etwa dessen düster-dramatische Ouvertüre zur Oper ›Don Giovanni‹ oder auch die Konzertarie ›Ch’io mi scordi di te?‹ aus dem Jahr 1786. Für die bekannte Primadonna Nancy Storace komponiert, weist Letztere eindeutige Bezüge zu Mozarts ›Idomeneo‹ auf: Idamante, der kretische Prinz, schwört dort der trojanischen Königstochter Ilia seine ewige Liebe und Treue. In der Konzertarie sind nicht nur die Rollen vertauscht, sondern Mozart komponierte – vermutlich für sich selbst – eine konzertierende, kantable Klavierstimme hinzu. Als hervorragender Pianist und Klavierkomponist geschätzt, inspirierten seine Werke Generationen nach ihm auch den deutschen Komponisten Wolfgang Rihm. Den Zuhörern seines 2014 entstandenen, in Besetzung und Form nahezu kammermusikalisch gehaltenen Zweiten Klavierkonzerts rät er: »Denken Sie, es sei von Mozart.« Gewidmet ist das Werk dem Solisten des Abends; unter der Leitung von Christoph Eschenbach brachte der US-Amerikaner Tzimon Barto das Konzert in seinem Entstehungsjahr bei den Salzburger Festspielen zur Uraufführung.

  • Christoph Eschenbach Dirigent

    Foto: Eric Brissaud

    Christoph Eschenbach | DirigentChristoph Eschenbach
    Tzimon Barto | KlavierTzimon Barto
    Hanna-Elisabeth Müller | SopranHanna-Elisabeth Müller

    Christoph Eschenbach Dirigent

    Geboren in Breslau, studierte Christoph Eschenbach Klavier bei Eliza Hansen in Hamburg und wurde schon in jungen Jahren mehrfach ausgezeichnet. Der Erste Preis beim Clara Haskil Wettbewerb in Luzern markierte den Beginn seiner internationalen Karriere als Pianist. Ab 1972 wandte er sich nach dem Studium am Hamburger Konservatorium zunehmend dem Dirigieren zu und debütierte 1975 beim San Francisco Symphony Orchestra. Weltweite Anerkennung erhielt er seitdem nicht nur als Dirigent, Pianist und künstlerischer Partner, sondern auch als Förderer junger Talente.

    Nach Stationen als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Züricher Tonhalle-Orchesters, des Houston und des NDR Sinfonieorchesters, des Orchestre de Paris und des Philadelphia Orchestra ist Christoph Eschenbach seit 2010 in Personalunion Leiter des Kennedy Center for the Performing Arts und des National Symphony Orchestra in Washington, D.C. Darüber hinaus führen ihn Gastdirigate regelmäßig zu Orchestern wie den Wiener und New Yorker Philharmonikern, dem Leipziger Gewandhausorchester und dem Los Angeles Symphony Orchestra. Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit, die den Dirigenten in fast jeder Spielzeit ans Pult des Orchesters führt.

    Zu den jüngsten Höhepunkten gehörten die Aufführungen der Oper ›The Turn of the Screw‹ von Benjamin Britten an der Mailänder Scala sowie Konzerte mit dem Seoul Philharmonic, dem London Philharmonic, dem Orchestre National de France mit Beethovens 9. Symphonie, dem Royal Stockholm Philharmonic mit Mahlers 9. Symphonie sowie ein weltweit live übertragenes Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schloss Schönbrunn.

    Christoph Eschenbachs preisgekrönte Diskografie wird von seiner Hindemith-Einspielung mit Midori und dem NDR Sinfonieorchester ergänzt, die 2014 den Grammy Award in der Kategorie »Best Classical Compendium« erhielt. Auf zahlreichen Einspielungen ist Christoph Eschenbach als Pianist zu hören, u. a. in dem erfolgreichen Duo mit dem Bariton Matthias Goerne.

    Christoph Eschenbach ist Ritter der ›Légion d'Honneur‹, Offizier des französischen Nationalverdienstordens, Commandeur des ›Ordre des Arts et des Lettres‹ und Gewinner des Leonard Bernstein Award. Für seine künstlerischen Leistungen hat der Träger des Bundesverdienstkreuzes 2015 den Siemens-Musikpreis erhalten.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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