Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

 
 

Mørk spielt Schostakowitsch' Cellokonzert Nr.2 G-Dur

Berliner Morgenpost | 12. November 2007
Klaus Geitel

Ein Cello kichert, scherzt und schlägt ein Rad
Natürlich bildete das 2. Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch den Höhepunkt im jüngsten Programm des Deutschen Symphonie Orchesters in der Philharmonie. Das war zwei Männern zu danken: erstens dem Solisten Truls Mørk und dann dem großen Domenico Montagna, der in weiser Voraussicht schon 1723 das Cello erbaute, auf dem Mørk das Stück vortrug. Es klang unter seinen Meisterhänden, als sei es im siebten Himmel entstanden. Zumindest dem aller Cellisten. Schostakowitsch, hat das Werk, spät im Leben, für Rostropowitsch geschrieben, den unvergessenen Freund. Mørk tritt bewundernswert in die Spuren des großen Kollegen. Er atmet das Largo des 1. Satzes geradezu aus in seiner sanften Melodik, der auch Ausbrüche des Orchesters nichts von seiner Gedankentiefe zu nehmen vermögen. Der 2. und 3. Satz gehen turbulent ineinander über. Sie scherzen, kichern, schlagen Rad, und das Cello ist immer dabei, bis ihm der Spaß zu bunt wird. Es wirft einen letzten Schrei, und das Konzert verstummt. Allerdings nur, um jubelndem Beifall Platz zu machen. Von ihm erhielt auch der junge Dirigent Tugan Sokhiev sein gerechtes Teil. Er war zuvor schon mit seinem Orchester sicheren Schritts durch den "Garten der Träume" gewandelt, den Elena Firsova ihrem Landsmann Schostakowitsch in Ehren angelegt hat: ein Gedenkstück ganz besonderer Art, jedoch ohne geringsten Friedhofscharakter. Sie weiß, man sucht sich seine Träume nicht aus. Sie versteht aber durchaus, die ihren unter Kontrolle zu halten. Schattenhaftes klingt auf. Aber die Bewunderung für Schostakowitsch überwiegt. So kommt es selbst in den Traumgärten der Fiersova noch zu einer eindrucksvollen Hommage. Sie konnte sich in Persona für reichen Beifall bedanken.