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Metzmacher und das DSO präsentieren selten zu hörende Komponisten

rbb Kulturradio | 19.05.2009
Rainer Goldberg

Philharmonie Berlin: DSO Berlin und Ingo Metzmacher - Werke von Schreker, Stephan, Busoni und Reger


Viele Stühle blieben leer bei Ingo Metzmachers hoch interessanter Erkundung der Werke um das Jahr 1909. Dieses Mal waren sie theatralisch angehaucht, aber im Inneren nicht ohne Freud denkbar, zwischen Ahnung, Sehnsucht, Verlangen und vor allem im Wissen um den Schrecken und den Reiz des Todes.

Bei Schrekers fein gesponnenen Klängen stand Metzmacher in letzter Konsequenz mit seinem Halten der Zügel dem Bewusstseins-Fluss im Wege, bei allem Farbreiz. Die Entdeckung des Abends: eine Symphonie in einem Satz von Rudi Stephan, zu früh im 1. Weltkrieg gefallen. Formale Beherrschtheit ermöglichte heftige Eruptionen, sehr gut dramaturgisch gesteuert von Metzmacher, hier liegt seine Stärke. Er hielt sein Pulver bis zuletzt trocken.

Nach der Pause
sah Metzmacher einen engen Zusammenhang zwischen Busonis Trauermusik auf den Tod der Mutter und Regers tragischer Riesenouvertüre und ließ beide Stücke ineinander übergehen. Drastischer hätte ein Unterschied nicht ausfallen können! Wo Busoni suggestiv eine Wiege in faszinierenden (am Anfang allerdings konturschwach gespielten) Rhythmen die Grenzen zwischen Geburt und Tod überwinden lässt, in Schwerelosigkeit, da nimmt Reger den dicken Pinsel zur Hand, um ein doch wesentlich äußerliches Drama zu entwickeln. Seine Orchestrierkunst war die schwächste des Abends. Auch hier legte Metzmacher ein leidenschaftliches Plädoyer für ein doch sehr zeitverhaftetes Werk ab.

Es ist das eigentliche Trauerspiel, dass man diesen kreativen Feuerkopf und manchmal unbequemen Herausforderer Metzmacher sehr leichten Herzens ziehen lässt. Typisch Berliner Kulturpolitik und Betonköpfigkeit! Der eher laue Beifall ließ allerdings auch erkennen, dass das philharmonische Publikum wenig Freude an intellektueller Herausforderung aufbringt.

 

 
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