Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

 
 

1959-1963: Fricsay, der »erste Medienkünstler in Deutschland«

1959
Ferenc Fricsay kann erneut als Chefdirigent für das Radio-Symphonie-Orchester gewonnen werden. Da Wolfgang Stresemann als Intendant zu den Berliner Philharmonikern geht, wird Heinz Hoefs Geschäftsführender Direktor des RSO (bis 1974).
28.9.1959
Das erste Konzert nach Fricsays Rückkehr fällt mit der Wiedereinweihung des Großen Sendesaals im SFB in der Masurenallee zusammen. Es ist gleichzeitig ein mediengeschichtliches Ereignis, denn die Übertragung des Konzerts mit Kodálys "Psalmus hungaricus" und Mozarts "Messe in c-moll" ist die erste stereophone Sendung im deutschen Rundfunk.
16.12.1959
Erstes Konzert der vom SFB veranstalteten Reihe "Musik der Gegenwart" (MdG), in dem das RSO mitwirkt.
Frühjahr 1961
Große Tournee mit Ferenc Fricsay und Yehudi Menuhin durch zehn Städte in Westdeutschland sowie Kopenhagen, London und Paris.
August 1961
Bau der Berliner Mauer
November 1961
Fernsehaufzeichnung der ersten Folge einer Werkstatt-Reihe, in der Proben und Aufführungen mit dem RSO unter der Leitung seines Chefdirigenten gezeigt werden. Der Kritiker Ulrich Schreiber bezeichnet Ferenc Fricsay 25 Jahre später als den "ersten Medienkünstler in Deutschland".
10.3.1962
Erstes Konzert der Reihe "RIAS stellt vor". Jungen Künstlern aus aller Welt wird hier die Möglichkeit gegeben, ihr Debut zu geben. Unter ihnen werden im Laufe der Jahre so berühmte Namen wie Jessye Norman, Jaqueline du Pré und Jewgenij Kissin sein.
20.2.1963
Ferenc Fricsay stirbt nach langer Krankheit und wird in Ermatingen / Schweiz beigesetzt.
24.3.1963
Rafael Kubelik dirigiert das Gedenkkonzert zu Ehren von Ferenc Fricsay, in dem auch Yehudi Menuhin und Dietrich Fischer-Dieskau mitwirken.
August 1963
Tournee mit Wolfgang Sawallisch nach Griechenland und in den Libanon. Teilnahme am Baalbeck-Festival. Festigung des künstlerischen Rufs als internationales Spitzenorchester