›Grenzwege‹ – der Themenschwerpunkt 2011|2012
Foto: Thomas Meyer | Ostkreuz
Die Themenreihe ›Grenzwege‹ steht im Zentrum der Saison. Sechs Konzerte erzählen in symphonischen und oratorischen Werken sowie in konzertanten Opern von Erfahrungen und Situationen am Rande des Abgrunds. Die Stücke führen an unbekanntem Terrain entlang, verleihen innerer wie äußerer Zerrissenheit Ausdruck.
Ingo Metzmacher, Chefdirigent des DSO von 2007 bis 2010, hat die Themenreihen als Leitlinie und Rückgrat einer Saison beim Orchester etabliert. Er eröffnet die Serie mit Franz Schuberts Oratorienfragment ›Lazarus‹ am 25. September 2011. Es führt die doppelte Grenzüberschreitung zwischen Lebenslicht und Todesdunkel drastisch vor Ohren. Der ungarische Komponist György Ligeti gibt sich hingegen in seiner Oper ›Le grand macabre‹ als Grenzspringer zwischen Tragödie und Komödie und tausend Stilen zu erkennen. Robert Spano dirigiert am 11. Dezember 2011 Auszüge aus diesem Weltuntergangsstück als konzertante Aufführung.
Ton Koopman bereichert die Themenreihe am 23. Februar 2012 um barocke Aspekte: Die Suite ›Les Indes galantes‹ von Jean-Philippe Rameau lässt Ländergrenzen vergessen, wechselt die exotischen Schauplätze, nimmt mit auf eine musikalische Weltreise. Daneben beschwört ›Les élémens‹ von Jean-Féry Rebel Chaos und Ordnung der Elemente in geradezu wild-modernen Klängen. Kent Nagano, Chefdirigent des DSO von 2000 bis 2006 und heutiger Ehrendirigent des Orchesters, konfrontiert am 7. April 2012 Richard Strauss’ ›Metamorphosen‹ mit Béla Bartóks abgründigem Seelendrama ›Herzog Blaubarts Burg‹. Glück und Angst, Hoffnung und Untergang liegen hier nahe beieinander.
Das zentrale Programm der ›Grenzwege‹-Konzerte dirigiert Hans Graf am 22. April 2012. Mit der konzertanten Aufführung von Puccinis ›Suor Angelica‹ und der halbszenischen Einrichtung von Hindemiths ›Sancta Susanna‹ ist man im »Auge« der Themenreihe angekommen. Beide Opereinakter handeln von Protagonistinnen, die trotz ihres Klosterlebens keine wahre Erlösung erlangen. Skrjabins Tondichtung ›Le poème de l'extase‹, die in Klängen völlige Entgrenzung schaffen möchte, ist den klanggewaltigen Musikdramen gegenübergestellt. Sir Roger Norrington beschließt am 12. Juni 2012 die Serie ›Grenzwege‹ mit Beethovens ›Eroica‹. In seiner Dritten Symphonie sprengt der Komponist kühn die Grenzen der Konvention, indem er das Menschheitsdrama des Prometheus in ein symphonisches Konzept verwandelt.
nach
20 Uhr
Philharmonie Berlin
Grenzwege (1.)
Dezember 2011
20 Uhr
Philharmonie Berlin
Grenzwege (2.)
Februar 2012
20 Uhr
Philharmonie Berlin
April 2012
20 Uhr
Philharmonie Berlin
20 Uhr
Philharmonie Berlin
Grenzwege (5.)

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