Debüt im Deutschlandradio Kultur
Das erste Konzert der Reihe ›RIAS stellt vor‹ am 3.11.1959 mit dem Pianisten Anton Kuerti und dem Dirigenten Christoph Stepp.
Bild: Deutschlandradio Kultur
›Debüt im Deutschlandradio Kultur‹ gehört zu den traditionsreichsten Konzertreihen des öffentlich-rechtlichen Hörfunks in Deutschland. Gegründet 1959 vom Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS), liefen die Orchesterkonzerte in den ersten Jahrzehnten unter dem Titel ›RIAS stellt vor‹. Seit 1988|89 gehören auch Kammerkonzerte zum bewährten Profil der Reihe. Von Radiomachern für Radiohörer erfunden, werden die Konzerte bis heute bevorzugt live und deutschlandweit übertragen.
Neugierig machen
Das Konzept ist seit 1959 im Grunde gleich geblieben: Drei junge Musiker, die sich bereits in internationalen Wettbewerben bewährt haben, erhalten in Berlin die Gelegenheit, zusammen mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (bis 1993: Radio-Symphonie-Orchester Berlin) vor großem Publikum zu debütieren. Auch der dramaturgisch riskante Aufbau mit zwei Solisten und einem Dirigenten, der das Orchester erst in den Proben kennenlernt, hat sich bewährt. Ungewöhnlich ist ebenfalls, dass die Solisten selbst bestimmen dürfen, mit welchem Werk sie debütieren. Unbekanntes ist willkommen, schließlich möchte die Reihe neugierig machen – auf junge Musiker, aber auch auf Werke am Rande des Repertoires.
Karrieresprungbrett für Spitzenmusiker
Die Liste der Debütanten, die nach Berlin eingeladen waren, bevor sie weltberühmt wurden, ist lang. Jacqueline Du Pré und Daniel Barenboim (beide 1963), Jessye Norman (1969) und Simon Rattle (1977), Jewgenij Kissin (1987) und Cecilia Bartoli (1988) gehörten dazu. Auch heute wird versucht, aus der Vielzahl der jungen Talente diejenigen für die Debüt-Konzerte zu gewinnen, die neben Virtuosität und Bühnenausstrahlung mit einer eigenen Stimme zu überzeugen wissen.


